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სტალინიზმი [stalinizmi] wie Stalinismus
Am 22. Juli 1937 betrat der Dichter Paolo Iaschwili das Haus des Schriftstellerverbandes der GSSR (Georgische Sozialistische Sowjetrepublik). An jenem Tag fand eine Sitzung des Schriftstellerverbandes statt, an dem seine Feinde wie auch seine Freunde, freiwillig oder unfreiwillig, darüber urteilen sollten, ob Paolo Iaschwili ein Volksfeind sei. Zu jener Zeit folgte auf solche Sitzungen in der Regel die Verhaftung und damit ein qualvoller Tod. Paolo Iaschwili trug ein Jagdgewehr bei sich. Er stieg in den obersten Stock des Gebäudes und nahm sich dort das Leben. Der Vorsitzende des Verbandes verkündete, dass Iaschwilis Selbstmord eine glatte Provokation ist. Sein selbst gewählter Tod stellte ein großes Ärgernis für das Regime dar, denn er hatte sich damit der Staatsgewalt entzogen. Der Selbstmord wurde als die unehrenhafte Flucht vor der Wahrheit deklariert. Er hätte es sich ja leichtgemacht. Ab den 1920-er Jahren litt Georgien über 30 Jahre lang unter den ständigen Repressalien, Erschießungen und Folterungen des kommunistischen Regimes. Unter dem Vorwand die antisowjetisch-antikommunistischen Aufstände zu ersticken, den Sozialismus zu etablieren und zum Schluss hin das Land von den Volksfeinden zu befreien, herrschte der Terror des Stalinismus. Diese Maschinerie des Terrors vernichtete unzählige Leben und mit ihnen unzählige kluge Köpfe, Intellektuelle und Kulturschaffende – das Land verlor seinen Geist, seine Würde, sein Gewissen.  Georgien war nach diesem Terror nicht mehr wie früher. „Dieser »Schriamuli« (Tumult) ist ein anderes“, schrieb der Poet Galaktion Tabidse, als es endlich vorbei war. Iaschwili nahm sich das Leben, damit das Regime nicht in den Genuss seiner unrechtmäßigen Verurteilung kommen konnte.