Home Konzept >
პური [puri] wie Brot
Das georgische Brot wird im „Tone“- dem Brot-Ofen gebacken. Der „Tone“-Ofen ist ein großer, ca. ein Meter tiefer, zylinderförmiger, Hohlkörper aus Ton, der im Boden eingelassen ist und nach oben hin mit einer breiten, runden Öffnung versehen ist. In seinem Boden brennt Feuer, das den „Tone“-Ofen von innen stark aufheizt, der Bäcker beugt sich dann mit dem fertigen Teig über den Rand des Ofens nach unten und klebt ihn entweder in runder oder länglicher Form an die glühend heiße Innenwand des Ofens. Auf diese Weise ist in Georgien sogar das Brotbacken ein völkerkundlich interessanter Vorgang. Aber natürlich geht die Bedeutung des georgischen Brotes weit über seine völkerkundlichen Aspekte hinaus, ist es doch das beliebteste und meistproduzierte Lebensmittel des Landes.
Brot ist in Georgien nicht einfach nur Brot. In den meisten Regionen des Landes, wenn vom „Brotessen“ die Rede ist, darf man das nicht buchstäblich nehmen, denn damit ist eine ganze, reichhaltige Mahlzeit gemeint. Und ab hier beginnt die georgische Küche, die einen zentralen Bestandteil der georgischen Selbsterkenntnis darstellt. Die georgische Küche spiegelt die Vielfältigkeit des Landes bestens wider. Jede Region hat ihre eigenen kulinarischen Besonderheiten, was sie insgesamt noch interessanter macht. Das kachetische Chaschlama zum Beispiel lässt sich nicht im Geringsten mit dem megrelischen Ghomi vergleichen und die in Imeretien gekosteten Chatschapuri stellen einen ganz eigenen Genuss dar, genauso wie die Chinkalis aus Chewsuretien. Angefangen von der mediterranen Küche bis hin zur indischen, haben alle ihre Spuren in der georgischen Küche hinterlassen. Die jahrhundertealte kulinarische Offenheit der georgischen Küche hat schon immer Bewunderung geweckt und das Ergebnis eben dieser Offenheit ist dadurch umso genussvoller. Wahrscheinlich lernt man deswegen das Land am besten und schnellsten über seine Kulinarik kennen.