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ჟრიამული [zhriamuli] wie Klamauk, Tumult
„Schriamuli“ ist ein altes Wort und bezeichnet den Lärm einer Menschenmenge. Nach den Kompendien des Mittelalters kann dieser Lärm etwas Gutes oder etwas Schlechtes verheißen. So kann darin zum Beispiel etwas Bedrohliches mitschwingen. Im kollektiven Gedächtnis der Georgier wird „Schriamuli“ jedoch eher positiv aufgefasst: es steht für die anhaltende Intensität eines Stimmengewirrs bei einer fröhlichen Zusammenkunft. Und so etwas kommt in Georgien häufig vor. Es kann am ersten Tag der Schule eintreten, oder am Flughafen, wenn man einen lang ersehnten Freund wiedersieht oder bei jeglichem auch noch so kleinen, erfreulichen Ereignis.  Sogar ohne dieses Wort zu kennen wird einem schnell klar, dass Georgien ein Land voller endloser Festlichkeiten ist. Auf solchen Festen fließt der Wein, eine Vielzahl an Speisen wird gereicht und es strotzt nur so vor Lebenslust. Bei so einer Zusammenkunft dauert es nicht lange, bis ein „Schriamuli“ einsetzt. Es stimmt, der Tischmeister – auf georgisch Tamada – hat es dann nicht immer leicht, für die unzähligen Trinksprüche wieder Ruhe einkehren zu lassen und sobald er gesprochen hat, steigt der fröhliche Geräuschpegel wieder – als Ausdruck einer allgegenwärtigen Lebensfreude.