ისტორია [istoria]  wie Geschichte
Wenn Georgien über etwas reichhaltig verfügt, dann ist es die Geschichte - sie ist endlos und komplex. So wie die Geschichte aller kleinen Länder ist sie überaus tragisch.  Ihr Anfang liegt weit in der Vergangenheit zurück, noch bevor das Christentum in Georgien Einzug hielt. Aus dieser Zeit hallen noch immer die Namen vergangener Reiche nach, - wie Kolchis und Diaueḫe und obwohl längst untergegangen, leben ihre Kulturen auf ewig weiter. Zum ersten Mal erfuhr der Westen von Georgien über die Argonautensage, was allerdings nicht die älteste Epoche der georgischen Geschichte darstellt. Betrachtet man den roten Faden, der sich durch die ganze georgische Geschichte hindurchzieht, so entsteht das Bild eines Volkes, das stets versucht hat, sich zu behaupten und das Behauptete zu verteidigen – gleichzeitig aber zu leben, zu schaffen, zu erbauen, zu schreiben und zu träumen. Dieses kleine Land stand oft genug im Fokus großer Imperien, und so kam es nicht selten vor, dass es sich erhob, sich unter großer Anstrengung befreite, um den süßen Duft der Freiheit einzuatmen. Der Frieden, gepaart mit Freiheit, ließ ein prächtiges Georgien entstehen, so wie es im 12. Jahrhundert, im “Goldenen Zeitalter”, der Fall war. Diese Ära der georgischen Renaissance stützte sich auf die großen Anstrengungen und Feldzüge Davids des Erbauers, gefolgt von der Regentschaft der Königin Tamar, die durch eine kulturelle, politische und wirtschaftliche Blüte gekennzeichnet war. Der Kampf für die Unabhängigkeit mündete 1918 in die Gründung der ersten georgischen Republik. Der Zerfall des russischen Zarenreiches hatte Georgien endlich zur Freiheit verholfen. Doch die neu errungene Unabhängigkeit fand nach nur drei Jahren ein jähes Ende, als die Rote Armee in Georgien eindrang. Ende des 20. Jahrhunderts schaffte es das Land abermals, sich seine Freiheit zu erkämpfen. Und die Geschichte, wie wir ja wissen, geht weiter.