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ქვევრი [qvevri] wie Kwewri
Der „Kwewri“ ist eine große, tönerne eiförmige Amphore, die aber nach unten hin spitz zuläuft und zur Lagerung von Getreide oder Wein genutzt wird. „Kwewri“-Töpfer sind auch heute noch tätig, denn im Gegensatz zu vielen anderen Ländern des Mittelmeeres und des Schwarzen Meeres, wo derartige Amphoren nur noch in Museen bestaunt werden können, ist die „Kwewri“-Kultur in Georgien lebendig wie eh und je. Der Stamm dieses georgischen Wortes „kwe“ steht für „unten“ und besagt damit schon, dass diese Amphoren in die Erde eingelassen werden und der Wein somit in der Erde reift. Georgien ist das Land der Weinreben, und damit auch des Weines. Hier hat fast jeder Bauer, ob groß oder klein, einen Weingarten, um seinen eigenen Wein herzustellen, der dann traditionell in den „Kwewri“-Amphoren im Keller reift. Somit hat sich Georgien diese archaische Tradition der Weinherstellung, der -reifung und -lagerung bis zum heutigen Tag bewahrt, während sie anderswo längst verlorenging.
In der georgischen Natur lassen sich noch immer wilde Rebsorten finden. Die wissenschaftlichen Forschungsergebnisse belegen, dass die Kultivierung von Rebsorten genau hier, in Georgien ihren Anfang nahm. Bei den archäologischen Ausgrabungen einer zwischen den Flüssen Chrami und Maschawera gelegenen neolithischen Siedlung aus dem 6. Jahrtausend v. Chr. stieß man auf die bis dato ältesten Traubenkerne einer kultivierten Rebsorte. Darüber hinaus geht man davon aus, dass die Bezeichnung für Wein in den anderen Sprachen vom georgischen Wort „gwino“ abgeleitet wurden. In Georgien gibt es bis zu 500 verschiedene Tafel- und Keltertraubensorten. Die Namen der georgischen Keltertrauben beziehen sich in der Regel auf die Umgebung, in der sie beheimatet sind und angebaut werden, sodass man anhand des Namens ihren Ursprung bestimmen kann. Sowohl in der vorchristlichen als auch in der christlichen Epoche Georgiens hatte der Wein stets einen geradezu sakralen Stellenwert.  Die „Kwewri“-Kultur selbst ist unvergänglich, denn 2013 wurde die traditionelle Weinherstellung nach der georgischen Kwewri-Methode in die „Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit“ der UNESCO aufgenommen.