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შერეკილები [sherekilebi] wie „Komische Käuze“
Vor fast einem halben Jahrhundert schrieb der georgische Schriftsteller Reso Gabriadse ein Buch, in dem es von zwei Insassen einer Nervenklinik - einem exzentrischen Physiker und einem verliebten Bauernjungen handelt, die viel früher vor den Traumvisionen von Jules Verne,  ein Fluggerät bauten und einfach davonflogen. Unglücklicherweise konnten sie mit diesem Fluggerät nirgendwo landen und so verlor sich ihr Traum zwischen den Wolken, wo sich Engel ihrer annahmen. Später folgte eine mehr als gelungene Verfilmung des Buches. Die Dialoge dieser Tragikomödie haben als geflügelte Worte ihren Eingang in die Populärkultur Georgiens gefunden. Federico Fellini sagte einst über den georgischen Film: „Es ist alles drin, was mich zum Weinen bringt, und das ist nicht leicht.“ Philosophisch und tiefsinnig, gleichzeitig aber kindlich naiv – eine völlig einzigartige Mischung. Egal ob in Cannes oder Seattle, der georgische Film feiert seine Erfolge. Doch allen voran ist der georgische Film das künstlerische Gesicht des Landes, seine Haltung, seine Intonation, sein Gedankengang, sein Idealzustand. Der georgische Film ist das Spiegelbild des Landes. Ob unter der sowjetischen Zensur, dem Bürgerkrieg oder anderen Widrigkeiten blieb er stets die schöne Kunst. In seiner Tradition steht er im engen Zusammenhang zur Literatur. Zu sagen, dass der georgische Film nur „verfilmend“ ist, hieße ihm unrecht tun. Viel eher ist er der Meister der Re-Interpretation und Neudefinition. Der Film „Komische Käuze“ ist dessen Ergebnis. Der Buch- wie auch Filmtitel bezeichnen dabei solchen Menschentyp, der, im positiven Sinne, außerhalb des normalen Rahmens denkt.