ანბანი [anbani] wie Alphabet
Das Wort ist leicht auszusprechen, doch nur schwer zu begreifen: Georgien hat das georgische Alphabet hervorgebracht, genauso wie das georgische Alphabet Georgien hervorgebracht hat. Es gibt 3 Varianten des georgischen Alphabets: Asomtawruli, Nuschuri und Mchedruli. Diese Trinität ist das Ergebnis einer jahrhundertelangen Weiterentwicklung des Asomtawruli. Das Mechdruli ist das moderne georgische Alphabet. Es besitzt 33 Buchstaben, die nur für das Georgische benutzt werden. Das georgische Alphabet zählt zu den ältesten der Welt, weshalb es 2016 von der UNESCO in die „Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit“ aufgenommen wurde. Die ältesten georgischen Inschriften lassen sich bis in das 4. Jahrhundert nach Christus zurückdatieren, doch es gibt einige Wissenschaftler, die davon ausgehen, dass das georgische Alphabet weitaus älter ist. Die georgische Literatur wurde seit dem 5. Jahrhundert mit dem georgischen Alphabet geschrieben und hat sich seither ununterbrochen weiterentwickelt. Das Besondere daran ist, dass diese alten literarischen Texte, deren Entstehung 16 Jh. -e zurückliegt, vom heutigen Leser mühelos gelesen und verstanden werden. Dieses Phänomen ist die Hauptachse des historischen Gewebes unserer Sprache. Im georgischen Alphabet entspricht jeder Laut einem Buchstaben, d. h.  jedes Graphem ist ein Phonem. Wenn die Umschrift dieser Buchstaben auf die Ausländer wie eine ausgedachte, modellierte Schrift wirkt, die einem klassischen Fantasy-Roman entnommen sei, so gibt es für die Georgier nichts, was organischer und natürlicher wirke als diese Schrift. Denn es ist diese Schrift, die seit jeher die georgische Stimme verlautet.